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Der Fixsternhimmel im August 2010 über Menden Im August zieht sich das Band der Milchstraße vom Nordosten direkt durch den Zenit und zeigt seine prächtigsten Teile im Südwesten. Hier befinden sich die Sternbilder „Schwan“, „Adler“ und Teile des „Schützen“. Deneb, der Hauptstern des Schwans, befindet sich direkt über unseren Köpfen im Zenit.
Westlich vom „Schwan“ leuchtet leicht bläulich die Wega in der „Leier“, und im Anschluss folgt „Herkules“ und die „Krone“. Tief am Nordhimmel steht der „Große Wagen“ und zeigt mit seiner Deichsel auf Arktur im „Bootes“. Im Osten ist das Sternenquadrat des „Pegasus“ aufgegangen. Er ist ein erster Bote kommender Herbsttage. An „Pegasus“ schließt sich das längliche Sternbild der „Andromeda“ an.
Der August ist der Sternschnuppenmonat schlechthin. In seinen lauen Sommernächten sind besonders viele Sternschnuppen zu sehen. Wenn man die sichtbaren Spuren der Sternschnuppen auf eine Sternkarte überträgt und sie rückwärts verlängert, fällt sehr schnell auf, dass die überwiegende Anzahl der Sternschnuppen einen gemeinsamen Ausgangspunkt haben. Dieser Ausgangspunkt liegt im Sternbild „Perseus“, und deshalb wird dieser Meteoritenstrom auch als Perseiden bezeichnet.
Als Ursprung der Perseiden gilt der Komet 1862 III (Swift Tuttle). Die mittlere Geschwindigkeit der Perseiden durch die Erdatmosphäre beträgt ca. 60 km/s. In einer Höhe von ca. 130 km über der Erdoberfläche leuchten sie auf und verlöschen in ca. 90 km Höhe. Die Weglänge durch die Erdatmosphäre beträgt ca. 80 km.
In der Zeit zwischen dem 9. und 13. August erreichen die Perseiden ihr Maximum, dann fallen bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zur Erde. Dieser Perseidenstrom ist zurzeit der schönste und größte Sternschnuppenstrom, der beobachtet werden kann. Dabei sind sehr helle Objekte keine Seltenheit, man spricht dann von sogenannten Boliden oder Feuerkugeln, die am besten nach 22:00 Uhr bis zum Morgengrauen beobachtet werden können.
Dem Volksmund nach darf man sich etwas wünschen, wenn man eine Sternschnuppe gesehen hat, und dieser Wunsch soll auch in Erfüllung gehen, vorausgesetzt man behält ihn für sich.
Objekte für Feldstecher und Fernrohr In lauen Sommernächten lädt die sommerliche Milchstraße den Fernglasbesitzer ein, ihr glitzerndes Lichtband zu durchforsten. Wenn man nicht durch Mondlicht oder irdische Lichter gestört wird. Aber auch bei nicht idealen Sichtverhältnissen wimmelt es im Gesichtsfeld eines Fernglases nur so von Sternen, wenn man es auf das Lichtband der Milchstraße richtet.
An einigen Stellen der Milchstraße scheinen Sterne zu fehlen. Doch es fehlen keine Sterne, sondern es handelt sich um interstellare Staubwolken, die das Licht der dahinterliegenden Sterne verschlucken oder abschwächen. Diese interstellare Absorption bewirkt auch, dass uns der Blick in das Zentrum unserer Milchstraße verwehrt ist. Auch verhindert der zur Milchstraßenhauptebene konzentrierte Staub, dass wir in diesem Bereich aus unserer Milchstraße in die Tiefen des Universums hinausblicken können.
Die Bahn der Sonne
| Der Lauf der Sonne |
Aufgang |
Höchststand |
Untergang |
Dämmerungsende |
| 01.08.2010 |
05:50 Uhr |
13:25 Uhr |
21:05 Uhr |
22:30 Uhr |
| 10.08.2010 |
06:00 Uhr |
13:25 Uhr |
20:50 Uhr |
22:10 Uhr |
| 20.08.2010 |
06:15 Uhr |
13:25 Uhr |
20:30 Uhr |
21:50 Uhr |
| 30.08.2010 |
06:35 Uhr |
13:20 Uhr |
20:05 Uhr |
21:20 Uhr |
Ab August nimmt die Sonnenscheindauer ständig ab, und zwar von 15 Std. und 15 Min auf 13 Std. und 30 Min., das heißt, dass wir im Monat August gegenüber Juli fast eine Stunde und 45 Min. Tageshelligkeit verlieren.
Der Lauf des Mondes Am Monatsanfang finden wir den abnehmenden Mond im Sternbild „Fische“. Zwei Tage später zeigt sich der Erdtrabant östlich der Plejaden im Sternbild „Stier“. Hier steigt die Lage der Ekliptik über dem östlichen Horizont deutlich an, so dass wir die ständig schmaler werdende Sichel des abnehmenden Mondes gut am Morgenhimmel beobachten können. Bis zum 8. August sollte es möglich sein, die schmale Sichel zu sichten, am 10. Aug. steht der Neumond in den „Zwillingen“. Wegen der flachen Lage der Ekliptik zum Horizont am Abendhimmel dauert es bis zum 13. August, bis wir die Sichel des zunehmenden Mondes am westlichen Horizont erspähen können. Sie befindet sich dann in der Gesellschaft von gleich drei Planeten, Venus, Mars und Saturn. Allerdings wird das Planetentrio wegen der hellen Abenddämmerung leider erst dann bei uns richtig sichtbar, wenn der Mond bereits untergegangen ist. Aber für Urlauber in südlicheren Breiten also am Mittelmeer, bietet sich hier ein schöner Anblick. Am 14. August passiert die Mondsichel Spica im Sternbild „Jungfrau“, und drei Tage später finden wir den Mond in der Nähe von Antares, dem Hauptstern des Sternbilds „Skorpion“. Am 16. August hatte der Erdtrabant das erste Viertel durchlaufen. Nun machen sich enge Begegnungen mit hellen Himmelsobjekten rar, Vollmond ist am 24. August. In der Nacht vom 26. auf den 27. August zeigt sich die abnehmende Mondsichel im Sternbild „Fische“ südwestlich des Riesenplaneten Jupiter.
| Mondphasen |
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| 03.08.2010 |
Letztes Viertel
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| 09.08.2010 |
Neumond |
| 16.08.2010 |
Erstes Viertel |
| 4.08.2010 |
Vollmond |
Die Planeten im Juni
Merkur kommt am 7. Aug. in seine größte östliche Elongation von der Sonne. Da er am folgenden Tag durch das Aphel seiner Bahn läuft, erreicht sein Winkelabstand von der Sonne mit ca. 27° fast den maximal möglichen Wert. Trotz des großen östlichen Winkelabstands kommt es nicht zu einer Abendsichtbarkeit in unseren Breiten.
Venus steht am 20. Aug. mit ca. 46° Winkelabstand in größter östlicher Elongation von der Sonne. Trotz einer Helligkeitszunahme wird sie am Abendhimmel immer weniger auffallen, denn ihre Untergänge erfolgen nun immer früher. Sinkt Venus am 1. Aug. noch um 22:35 Uhr und am 15. um 21:55 Uhr unter die Horizontlinie, so erfolgt ihr Untergang am 31. Aug. bereits um 21:10 Uhr.
Die Untergänge erfolgen immer eher, da Venus durch den Tierkreis nach Süden strebt. Sie wandert durch die „Jungfrau“ und passiert am 7. Aug. den Herbstpunkt. Danach steuert sie auf Spica, den Hauptstern der „Jungfrau“, zu. Mit Mars und Saturn ergibt sich ein nettes Dreigestirn, zu dem sich am 13. Aug. die Sichel des zunehmenden Mondes gesellt. Um Mars und Saturn zu erkennen, ist ein Fernglas sehr hilfreich, da sich diese beiden Planeten um die Monatsmitte vom Abendhimmel zurückziehen.
Mars wandert rechtsläufig durch die „Jungfrau“ und zieht sich vom Abendhimmel ganz zurück. Am 1. Aug. kommt es zu einer Begegnung mit Saturn. Der rote Planet wandert 2 Grad südlich am Ringplaneten vorbei. Am 13. Aug. gesellt sich die zunehmende Mondsichel zu beiden Planeten.
Hinzu kommt die strahlende Venus. Dieses Viergestirn ist gegen 21:30 Uhr knapp über dem Westhorizont zu erspähen. Während Mond und Venus freiäugig leicht zu sehen sind, empfiehlt sich ein Fernglas, um auch Mars und Saturn zu erkennen.
Nach der Monatsmitte wird man vergeblich mit bloßen Augen nach dem roten Planeten Ausschau halten.
Jupiter wandert rückläufig durch die „Fische“ und wird zum Planeten der fast gesamten Nacht. Der Riesenplanet verlegt seine Aufgänge in die frühen Abendstunden. Am 1. Aug. erscheint er um 22:50 Uhr über der östlichen Horizontlinie, am 15. um 21:55 Uhr und am 31. Aug. bereits um 20:50 Uhr. Die Sonne geht nur knapp eine dreiviertel Stunde vorher unter. Jupiter kann jetzt auch gut dazu dienen, den lichtschwachen Uranus zu finden. Denn beide Planeten ziehen ihre Schleifenbahnen fast parallel, wobei die von Uranus wegen seiner größeren Entfernung erheblich kleiner ausfällt.
Saturn steht im Sternbild „Jungfrau“ und verabschiedet sich bis zur Monatsmitte vom Abendhimmel. Gleich zu Monatsbeginn überholt Mars den Ringplaneten südlich. Am 10. Aug. folgt Venus und zieht rund 3° unterhalb an Saturn vorbei. Es ist recht reizvoll, die sich von Tag zu Tag verändernde Konstellation der drei Planeten Saturn, Mars und Venus zu verfolgen. Ein Fernglas kann hier gute Dienste leisten, um Saturn und Mars schnell aufzufinden. Zu dem Dreigestirn gesellt sich am 13. Aug. die zunehmende Mondsichel.
Saturn geht am 1. um 22:55 Uhr unter und am 15. Aug. um 22:05 Uhr. Am 31. Aug. erfolgt der Untergang des Ringplaneten bereits um 21:05 Uhr. Nach dem 15. wird man vergeblich freiäugig nach Saturn Ausschau halten. |