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Der Fixsternhimmel im Juni 2010 über Menden Der Sommerhimmel entfaltet im Juli seine volle Pracht. Alle Bilder des Sommers stehen bereits über dem Horizont. Das Sommerdreieck bestimmt unübersehbar den Osthimmel. Drei helle Sterne bilden den auffälligen Schwerpunkt des abendlichen Sommerhimmels, die man landläufig eben "Sommerdreieck" nennt. Das Sommerdreieck setzt sich aus den jeweils hellsten Sternen dreier Sternbilder zusammen. Es sind dies Wega in der „Leier“, Deneb im „Schwan“ und Atair im „Adler“. Die Frühlingssternbilder „Bootes“ mit Arktur und „Jungfrau“ mit Spica sind die Leitbilder des westlichen Himmelsgewölbes. Sie erinnern gewissermaßen an vergangene Frühlingstage. Tief im Süden ist Antares zu sehen, der Hauptstern des Tierkreisbildes Skorpion. Der Skorpion passiert gerade den Meridian. Antares ist ein so genannter roter Riesenstern. Stünde die Sonne in seinem Mittelpunkt, so läge die Erdbahn noch innerhalb der Antareskugel, denn sein Durchmesser beträgt etwa 970 Millionen Kilometer. Antares ist rund 600 Lichtjahre von uns entfernt. Vom „Skorpion“ zieht sich die scheinbare Sonnenbahn (Ekliptik) durch den „Schützen“, der im Südosten aufgegangen ist. Mond und Planeten erreichen am abendlichen Sommerhimmel nur geringe Höhen, da sich die südlichen Teile der Ekliptik knapp über dem Horizont befinden. Nördlich von Antares steht Jupiter, der weißlich-gelb glänzt und Antares bei weitem an Helligkeit übertrifft. Der „Skorpion“ ist besonders gut in den südlichen Mittelmeerregionen zu sehen.
Hoch im Meridian, fast im Zenit, stößt man auf „Herkules“ mit seinem berühmten Kugelsternhaufen M 13. Bei dieser günstigen Position sollte man sich einmal die Mühe machen, die einzelnen Mitgliedssterne des „Herkules“ zu identifizieren, um sich das Gesamtbild einzuprägen.
Ähnliches gilt für den „Schlangenträger“, der ebenfalls jetzt den Meridian durchwandert und südlich von „Herkules“ zu finden ist. Der „Schlangenträger“ ist noch ausgedehnter als der „Herkules“. Außerdem hält der Schlangenträger das Ungetüm von Schlange in seinen Händen. Der Kopf der Schlange reicht bis an die „Nördliche Krone“ heran, die zwischen „Bootes“ und „Herkules“ ihren Platz hat. Im Osten wiederum erstreckt sich der Schwanz der Schlange bis zum Sternbild „Adler“. Eine Kette schwacher Sterne zielt direkt auf den hellen Atair. Zu Füßen des „Schlangenträgers“ hält sich gerade Jupiter auf - an der Grenze zum „Skorpion“.
Wer nun schon einige Erfahrungen im Aufsuchen lichtschwacher Sternbilder hat, sollte sich einmal das Sternbild „Drache“ vornehmen. Der „Drache“ ist ein Zirkumpolarsternbild, das das ganze Jahr über sichtbar ist. Sein kleiner, markanter Kopf steht nun fast genau im Zenit. Von hier schlängelt er sich um den Nordpol der Ekliptik zwischen „Kleinem und Großem Wagen“ hindurch. Sein Schwanz deutet auf das wenig bekannte Sternbild „Giraffe“.
Die Milchstraße steigt im Süden zwischen „Skorpion“ und „Schütze“ in Richtung „Adler“ empor. Anschließend geht sie durch „Schwan“ und „Kassiopeia“ zum Nordpunkt am Horizont, wo man auch die Kapella im Fuhrmann erspähen kann.
Die Bahn der Sonne Bis zum 21. Juli verläuft die Bahn der Sonne noch in den „Zwillingen“, um dann in den „Krebs“ zu wechseln. Die Entfernung der Erde von der Sonne erreicht am 6. Juli aufgrund der Exzentrizität der Erdbahn mit 152 Millionen Kilometern ihren größtmöglichen Wert.
| Der Lauf der Sonne |
Aufgang |
Höchststand |
Untergang |
Dämmerungsende |
| 01.07.2010 |
05:15 Uhr |
13:25 Uhr |
21:50 Uhr |
23:20 Uhr |
| 10.07.2010 |
05:20 Uhr |
13:25 Uhr |
21:30 Uhr |
23:10 Uhr |
| 20.07.2010 |
05:35 Uhr |
13:25 Uhr |
21:20 Uhr |
23:55 Uhr |
| 31.07.2010 |
05:45 Uhr |
13:25 Uhr |
21:05 Uhr |
23:35 Uhr |
Die Sonnenscheindauer beträgt am Anfang des Monats 16 Std. und 15 Min, sie nimmt bis zum Ende des Monats um 55 Min. auf 15 Std. 20 Min. ab. Im Laufe des Monats sinkt die Mittagshöhe der Sonne von ca. 63,1º auf ca. 58,2º am 31. Juli.
Der Lauf des Mondes Der Lauf des Mondes am Monatsanfang zeigt sich der abnehmende Mond im Sternbild „Wassermann“. Am 4. Juli, kurz vor dem letzten Viertel, dem abnehmenden Halbmond, befindet er sich ca.6,5 Grad südlich von Jupiter im Sternbild „Fische“. Vier Tage später steht er drei Grad westlich der Plejaden. Am 11. ist Neumond, über dem südlichen Pazifik (Osterinseln) kommt es zu einer totalen Sonnenfinsternis, von der von Europa aus nichts zu sehen ist. Die maximale Dauer der Totalität beträgt 5 Minuten und 20 Sekunden. Die schmale Sichel des zunehmenden Mondes lässt sich ab dem 14. Juli in der Abenddämmerung tief im Westen erspähen. An den folgenden Abenden fährt dann die Mondsichel die Planeten Venus, Mars und Saturn der Reihe nach ab. Am 18. Juli ist dann bereits der zunehmende Halbmond erreicht. Drei Tage später passiert der schon ziemlich volle Mond Antares, den Hauptstern des „Skorpions“. In den vier Folgenächten durchwandert der Erdtrabant die Sternbilder „Schlangenträger“ und „Schütze“ und wird schließlich am 26. Juli im „Steinbock“ zum Vollmond.
| Mondphasen |
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| 04.07.2010 |
Erstes Viertel um ca. 16:35 Uhr |
| 11.07.2010 |
Vollmond um ca. 21:40 Uhr |
| 28.07.2010 |
Letztes Viertel um ca. 12:10 Uhr |
| 26.07.2010 |
Neumond um ca. 03:40 Uhr |
Die Planeten im Juni
Merkur kann im Juli nicht beobachtet werden.
Venus zeigt sich weiterhin als Abendstern. Sie wandert durch den „Löwen“ und zieht am 10. Juli in ca. 1 Grad nördlichem Abstand an dessen Hauptstern Regulus vorbei. Mit Mond, Mars und Saturn ergibt sich am 16. Juli ein netter Himmelsanblick knapp über dem Westhorizont gegen 23 Uhr. Die Sichtbarkeitsdauer des Abendsterns verkürzt sich deutlich. Eine Stunde nach Sonnenuntergang sieht man Venus nur noch knapp über dem Westhorizont. Am 1. Juli geht unser innerer Nachbarplanet um ca. 23:40 Uhr unter, am 15. Juli um ca.23:10 Uhr und am 31. Juli bereits um ca. 22:35 Uhr.
Mars kann noch am Abendhimmel gesehen werden, wenngleich seine Sichtbarkeitszeiten rapide abnehmen. Nach der Monatsmitte wird es schwierig, den roten Planeten noch ohne Fernglas oder Teleskop zu erkennen. Der rote Planet verlässt am 19. Juli den „Löwen“ und wechselt in das Sternbild „Jungfrau“. Geht Mars am 1. um 0:20 Uhr und am 15. um 23:40 Uhr unter, so erfolgt der Untergang des nur mehr 15 hellen Planeten am 31. Juli bereits um 22:50 Uhr, also kurz nach Ende der nautischen Dämmerung.
Zu Monatsende nähert sich Mars dem Ringplaneten. Um Mars und Saturn zu erkennen, braucht man möglichst ein lichtstarkes Fernglas.
Jupiter bremst seine rechtsläufige Wanderung durch die „Fische“ stark ab und kommt am 24. Juli zum Stillstand. Damit setzt er zu seiner Oppositionsschleife an. Anschließend wandert der Riesenplanet rückläufig durch den Tierkreis, was zunächst kaum auffällt. Am 8. überschreitet der Riesenplanet den Himmelsäquator in nördlicher Richtung. Da er ab dem 24. Juli rückläufig ist, passiert er am Monatsletzten abermals den Himmelsäquator, diesmal in südlicher Richtung. Jupiter verlagert seine Aufgänge in die späten Abendstunden. Am 1. geht er um 0:50 Uhr auf, am 15. um 23:55 Uhr und am 31. bereits um 22:55 Uhr. Am 31. erhält Jupiter Besuch vom abnehmenden Mond.
Saturn kann noch am Abendhimmel beobachtet werden. Durch die jetzt spät einsetzende Dunkelheit und die immer früher erfolgenden Untergänge verkürzt sich seine Sichtbarkeitsdauer erheblich. Am Monatsende geht der Ringplanet nur eine halbe Stunde nach Ende der Dämmerung unter. Saturn beschleunigt seine rechtsläufige Bewegung durch das Sternbild „Jungfrau“. Der Ringplanet wird von Mars verfolgt, der ihn zum Monatsende fast einholt. Am 16. Juli gesellt sich der zunehmende Mond zu Saturn, Mars und Venus tief am Westhimmel. Am 1. geht der 11 helle Saturn um 0:55 Uhr unter, am 15. um 24:00 Uhr und am 31. schon um 23:00 Uhr. Am Monatsende benötigt man bereits ein Fernglas, um den Ringplaneten in der Abenddämmerung aufzuspüren.
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