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Astronomischer Ausblick auf das Jahr 2010 Mit dem Abbrennen von künstlichen Feuerwehrssonnen/-sternen sowie dem Erzeugen von Donnergrollen durch Böller in der Neujahrsnacht werden auf dem ganzen Globus die alten Geister vertrieben und gute Vorsätze fürs neue Jahr gefasst. Was das neue Jahr bringen wird, behaupten die Astrologen vorhersagen zu können, die Astronomen wissen nur, wo und wie Sterne stehen! Das Jahr 2010 ist ein Gemeinjahr mit 365 Tagen, aber nicht überall auf der Welt beginnt das neue Jahr am 1. Januar. Am 8. September beginnt das jüdische Jahr 5771. Das islamische Jahr 1432 beginnt am 7. Dezember mit Sonnenuntergang.
Das Jahr 2010
| Beginn der Jahreszeiten |
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| Frühling (Tagundnachtgleiche) |
20.03.2010 |
18:32 Uhr MEZ |
| Sommer (Sonnenwende) |
21.06.2010 |
13:28 Uhr MESZ |
| Herbst (Tagundnachtgleiche) |
23.09.2010 |
05:09 Uhr MESZ |
| Winter (Sonnenwende) |
22.12.2010 |
00:38 Uhr MEZ |
Sommerzeit: Die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) geht gegenüber der mitteleuropäischen Zeit um eine Stunde vor. Sie gilt vom 28. März bis 31. Oktober 2010.
| Besondere astronomische Ereignisse im Überblick |
| 03.01.2010 |
Erde im Perihel (Geringster Abstand zur Sonne ca. 147 Mio. Kilometer) |
| 15.01.2010 |
Ringförmige Sonnenfinsternis |
| 20.03.2010 |
Frühlingsanfang |
| 21.06.2010 |
Sommeranfang |
| 06.07.2010 |
Erde im Aphel (Größter Abstand zur Sonne ca. 152 Mio. Kilometer) |
| 26.06.2010 |
Partielle Mondfinsternis |
| 11.07.2010 |
Totale Sonnenfinsternis |
| 23.09.2010 |
Herbstanfang |
| 21.12.2010 |
Totale Mondfinsternis |
| 22.12.2010 |
Winteranfang |
Grundsätzliches zum Beobachten des Sternenhimmels Wer Sterne und Sternbilder finden will, muss zunächst die Himmelsrichtungen an seinem Standort kennen. Denn die beste Sternkarte nützt wenig, wenn man nicht weiß, wo Norden, Osten, Süden und Westen ist. In vertrauter Umgebung kennt man meist die Himmelsrichtungen: Man weiß, wo die Sonne mittags steht und wo sie untergeht. Am nächtlichen Sternenhimmel beginnt man daher seine Beobachtungen mit dem Aufsuchen des Polarsterns: Er deutet uns die Nordrichtung an. Blickt man zum Polarstern, so ist rechter Hand Osten, linker Hand Westen und im Rücken hat man Süden.
Als Objekt zweiter Sterngröße ist der Polarstern nicht sehr auffällig. Daher dient der „Große Wagen“ auch als Polarsternfinder. Die beiden hinteren Sterne des „Großen Wagens“ zeigen auf den Polarstern in etwa fünffacher Entfernung.
Der Fixsternhimmel im Januar 2010 über Menden Mit Einbruch der Dunkelheit haben die Sternbilder „Schwan“, „Leier“ und „Adler“ den Westhorizont erreicht und bereiten sich auf ihren Untergang vor. Im Südwesten finden wir „Andromeda“, „Pegasus“, während „Kassiopeia“ direkt über unseren Köpfen im Zenit steht. Die „Fische“, der „Walfisch“ und der „Wassermann“ tummeln sich in Horizontnähe.
Zu vorgerückter Stunde, so gegen 21 Uhr, nähern sich die Objekte des Wintersternenhimmels dem Meridian. Hier sind die Plejaden im „Stier“ ein besonders auffälliges Beobachtungsobjekt. Das wohl markanteste Wintersternbild ist der Himmelsjäger „Orion“, der gegen 22 Uhr im Meridian steht. Unterhalb seiner drei Gürtelsterne befindet sich der gleichnamige Orionnebel, in dem die Wissenschaft eine Geburtsstätte für neue Sterne vermutet. Im Teleskop zeigt dieser Nebel eine blass graue Schmetterlingsform, aber auf fotografischen Aufnahmen zeigen sich viele Farbvariationen, die von dunkelrot bis weiß reichen. Genauso auffällig wie der Orionnebel sind auch die beiden Hauptsterne des „Orion“. Der rötliche Beteigeuze mit einer scheinbaren Helligkeit von 0m.5 gehört zu den hellsten Sternen am Firmament. Geht man davon aus, dass die Entfernung ca. 430 Lj. beträgt, so ergibt sich ein linearer Durchmesser für Beteigeuze von ca. 1 Milliarde Kilometer. Damit ist er ca. 700-mal größer im Durchmesser als unsere eigene Sonne. Stünde Beteigeuze an der Stelle unserer Sonne, so fände das gesamte innere Sonnensystem von Merkur bis zum Mars darin Platz. Damit gehört zu Recht Beteigeuze zur Sternenklasse der Überriesen. Wegen seiner relativ geringen Oberflächentemperatur von 3.200 °C erscheint er uns rötlich am Firmament. Das genaue Gegenteil von Beteigeuze ist Rigel, er leuchtet bläulichweiß mit einer scheinbaren Helligkeit von 0m.1. Seine Oberflächentemperatur beträgt ca. 12.300 °C. Südöstlich vom „Orion“ steht das Sternbild „Großer Hund“, dessen Hauptstern Sirius nicht zu übersehen ist. Sirius ist der hellste Stern am Firmament, der von der Erde aus beobachtet werden kann. Oberhalb von „Orion“ steht das Fünfeck des „Fuhrmanns“ und weiter östlich stehen Castor und Pollux in den „Zwillingen“. Zwischen den „Zwillingen“ und dem „Großen Hund“ befindet sich der „Kleine Hund“, der eigentlich nur durch seinen hellen Hauptstern Procyon auffällt, der etwa 11,3 Lichtjahre von uns entfernt ist. Noch weiter östlich kommt das recht unscheinbare Sternbild des „Krebses“. Fernab irdischer Lichtquellen kann man jetzt gut das schimmernde Band der winterlichen Milchstraße bewundern. Nicht ganz so eindrucksvoll, aber auch sehr schön kann man es auch in Menden beobachten, wenn man etwas abseits unserer weihnachtlichen Beleuchtung in den Himmel schaut. Im Südosten steigt das Band empor, vorbei an Sirius durch den „Fuhrmann“ und „Kassiopeia“ und sinkt zum Nordwesthorizont hinab. Wer ein Fernglas zur Hand nimmt, der kann sehr schnell die Orientierung im Gewimmel der Sterne verlieren, aber er wird auch feststellen, wie beeindruckend die Vielzahl der Sterne ist.
Die scheinbare Bahn der Sonne Zum Jahreswechsel steht die Sonne im „Schützen“. In diesem Sternbild verweilt sie bis zum 20. Januar, um dann die Grenze zum Steinbock zu überqueren.
Am 3. Januar erreicht die Erde ihr Perihel, den sonnennächsten Punkt, auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne. Ihre Entfernung zur Sonne beträgt dann ca. 147 Millionen Kilometer.
| Der Lauf der Sonne |
Aufgang |
Höchststand |
Untergang |
Dämmerungsende |
| 01.01.2010 |
8:20 Uhr |
12:25 Uhr |
16:30 Uhr |
17:50 Uhr |
| 10.01.2010 |
8:15 Uhr |
12:25 Uhr |
16:40 Uhr |
18:00 Uhr |
| 20.01.2010 |
8:10 Uhr |
12:30 Uhr |
16:55 Uhr |
18:10 Uhr |
| 31.01.2010 |
7:55 Uhr |
12:35 Uhr |
17:10 Uhr |
18:25 Uhr |
Die Sonnenscheindauer beträgt am Anfang des Monats 8 Std. und 10 Min., sie nimmt bis zum Ende des Monats um 65 Minuten zu und beträgt dann 9 Std. und 15 Min. Im Laufe des Monats steigt die Mittagshöhe der Sonne von ca. 17,0º auf ca. 22,6º am 31. Januar.
Der Lauf des Mondes Zu Monatsanfang finden wir den noch fast vollen Erdtrabanten an der Grenze zwischen den Sternbildern „Zwillinge“ und „Krebs“. Am 3. Januar passiert der Mond den rötlich strahlenden Mars und wir finden ihn südwestlich von Regulus im „Löwen“. In den folgenden Tagen lässt sich Mond in der zweiten Nachthälfte beobachten. Am 11. Januar dürften wir tief am südöstlichen Horizont die schmale Sichel des abnehmenden Mondes letztmals vor Neumond am 15. sichten.
Wer den Neumond am 15. Januar am Tag beobachten möchte, dem sei eine Reise zum Indischen Ozean oder an die Südspitze des indischen Subkontinents empfohlen. An diesem Tag findet eine ringförmige Sonnenfinsternis statt. Da sich dann der Mond in Erdferne aufhält und die Erde der Sonne besonders nahe steht, reicht der scheinbare Durchmesser unseres Trabanten nicht aus, die Sonnenscheibe vollständig zu verfinstern. Maximal 11 Minuten und 7 Sekunden lang verdeckt die schwarze Neumondscheibe einen Großteil der Sonne und ist dabei von einem gleißend hellen Ring umgeben. Diese ringförmige Sonnenfinsternis ist die längste dieses Jahrtausends. Von Deutschland aus ist aber von ihr nichts zu sehen. Die nächste, von Deutschland aus gut zu beobachtende, partielle Sonnenfinsternis findet am 4. Januar 2011 statt, dann werden bis zu 81 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt.
Der zunehmende Mond zeigt sich bereits am Abend des 16. Januar als extrem schmale Sichel knapp über dem Westhorizont (Blickrichtung Dortmund). Zwei Tage später finden wir die Mondsichel oberhalb von Jupiter. Am 23. Januar ist der zunehmende Halbmond erreicht und der Erdtrabant steht südlich von Hamal im „Widder“. Zwei Tage später zeigt sich der Mond nicht weit von den Plejaden und in den Folgenächten wandert er durch den „Stier“ und die „ Zwillinge“. Am 30. Januar strahlt der Vollmond vom Himmel.
| Mondphasen |
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| 07.01.2010 |
Letztes Viertel um ca. 11:40 Uhr |
| 15.01.2010 |
Neumond um ca. 8:10 Uhr |
| 23.01.2010 |
Erstes Viertel um ca. 11:55 Uhr |
| 30.01.2010 |
Vollmond um ca. 7:20 Uhr |
Die Planeten im Januar Merkur bietet ab der zweiten Monatshälfte eine kurze Morgensichtbarkeit. Ab 16. Jan. lohnt es sich, nach Merkur in der Morgendämmerung tief im Südosten Ausschau zu halten. Der Aufgang des hellen Merkur erfolgt am 16. Jan. um 6:45 Uhr. Bis zur größten westlichen Elongation steigt die Merkurhelligkeit merkbar an, der Merkuraufgang verfrüht sich nur unwesentlich auf 6:35 Uhr. Bis Monatsende bleibt die Merkurhelligkeit konstant, die Untergangszeit verspätet sich geringfügig um 5 Minuten. Etwa zwanzig Minuten nach seinem Aufgang hat sich Merkur so weit über die Dunstschichten am Horizont erhoben, dass er sichtbar wird. Ein Fernglas hilft, den schwierigen Planeten aufzustöbern. Gegen halb acht Uhr morgens verblasst Merkur in der zunehmenden Morgenhelle. Nach dem 29. Jan. wird man vergeblich den flinken Planeten mit bloßen Augen suchen.
Venus hält sich zu Jahresbeginn mit der Sonne am Taghimmel auf. Am 11. Jan. abends steht sie in oberer Konjunktion mit der Sonne. An diesem Tag beträgt ihre Entfernung von der Erde 256 Millionen Kilometer. Am 24. passiert Venus das Aphel (den sonnenfernsten Punkt) ihrer fast kreisförmigen Bahn. An diesem Tag ist sie 109 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Dies entspricht einer Lichtlaufzeit von sechs Minuten und drei Sekunden.
Mars dominiert als strahlend heller, rötlich-gelber Planet zu Jahresbeginn den Nachthimmel. Er wandert durch das Sternbild „Löwe“ und wechselt am 10. in das Sternbild „Krebs“. Am 29. Jan. steht Mars in Opposition zur Sonne. Mars ist die gesamte Nacht über sichtbar. Zu Monatsbeginn geht der helle Mars erst um 19:25 Uhr auf. Die geringste Entfernung, die Mars wegen seiner elliptischen Bahn schon zwei Tage vor seiner Opposition, also am 27. Jan. erreicht, misst in diesem Jahr 99,3 Millionen Kilometer. Am 1. Jan. und am 30. Jan. erhält Mars Besuch vom fast vollen Mond, der aber südlich an ihm vorüberzieht.
Jupiter kann noch am frühen Abendhimmel weit im Südwesten gesehen werden. Seine Sichtbarkeitsdauer geht erheblich zurück. Ein auffälliges Objekt ist der Riesenplanet nicht mehr. Am 5. Jan. wechselt er aus dem „Steinbock“ in das Sternbild „Wassermann“. Am 1. geht der Jupiter um 20:30 Uhr unter und am 15. um 19:50 Uhr. Am Monatsende sinkt der inzwischen Riesenplanet schon um 19:05 Uhr unter die Horizontlinie. Damit bleiben etwa knapp eineinhalb Stunden Sichtbarkeitszeit. Am Abend des 18. Jan. sieht man die Mondsichel nahe dem Riesenplaneten.
Saturn im Sternbild „Jungfrau“ kommt zur Monatsmitte zum Stillstand und setzt zu seiner Oppositionsschleife an. Bis Anfang Februar tritt er fast auf der Stelle, die rückläufige Bewegung ist kaum auszumachen. Die bevorstehende Opposition macht sich auch in einem leichten Helligkeitsanstieg des Ringplaneten bemerkbar. Zu Monatsbeginn geht Saturn um 23:50 Uhr auf, zu Monatsende schon um 21:50 Uhr. Abgesehen von den frühen Abendstunden wird Saturn allmählich zum Planeten der ganzen Nacht. Im Teleskop erkennt man einen nur wenig geöffneten Ring. Die Ringöffnung beträgt knapp 5°. Zurzeit blicken wir von der Erde aus auf die Nordseite des Ringes. In den nächsten Jahren wird sich der Ring immer weiter öffnen. Deutlich ist zu sehen, dass der Saturnglobus stark abgeplattet ist - eine Folge seiner schnellen Rotation. Saturn dreht sich in ca. 10 Std. und 30 Min. einmal um seine Achse.
Wir, die „Sternfreunde Menden“, möchten Sie auch im Jahr 2010 wieder herzlich einladen, unsere Gäste zu sein und mit uns die Tiefe und Unendlichkeit des Sternenhimmels zu genießen oder auch nur einen Blick auf unsere Nachbarplaneten zu werfen. Sie finden uns in Ostsümmern hinter dem Sportplatz am Hülschenbrauck, dort treffen wir uns jeden Freitag ab 20:00 Uhr. Für die Monate Januar bis März, die die schönsten Aussichten bieten, empfehlen wir warme Kleidung.
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