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Ein sonniger Astronomietag, eine sternenklare Nacht
Der 24. April zeigte, wie schön ein Frühlingstag sein kann. Auch wir Hobbyastronomen waren zufrieden und bauten unsere Instrumente für die Sonnenbeobachtung auf. Doch ein erster Blick auf unser Zentralgestirn dämpfte die Stimmung. Kein einziger dunkler Fleck zeigte sich auf der Oberfläche und damit bot unsere Sonne einen recht langweiligen Anblick. Als helle Scheibe vor dunklem Hintergrund, so zeigte sich unser Zentralgestirn im Teleskop. Wir würden unsern Besuchern viele verbale Erläuterungen geben müssen, da es ja nicht wirklich etwas zu sehen gab. Im Laufe des Tages fanden sich dann auch ein paar Besucher ein, denen wir unsere Sternwarte zeigten und die wir auf den Blick auf die Sonne vorbereiteten, damit die Enttäuschung nicht zu groß wurde.
Nachmittags kam eine dreiköpfige Familie mit ihrem Sohn aus dem Sauerland auf die Sternwarte. Wir nutzen gerade die Zeit, mit einem speziellen Sonnenfilter, den unser Sternfreund Stefan Lau mitbrachte, einige Fotos zu machen. Nun konnten wir neben der visuellen Beobachtung auch etwas von dem zeigen, was in der Astronomie heute von großer Bedeutung ist, nämlich die Fotografie. Ganz fasziniert schaute der Junge uns über die Schulter, wie wir mit einer ganz normalen Spiegelreflexkamera und einem Laptop ein Foto nach dem anderen schossen. Der Junge hatte sein eigenes Teleskop, was er zu Weihnachten bekommen hatte, mitgebracht. Es war eins von den Fernrohren, die alle Jahre wieder zur besagten Zeit bei vielen Supermärkten angeboten werden. Damit war zumindest das Interesse bei diesem Jungen geweckt worden und deshalb waren er und seine Eltern zu uns auf die Sternwarte gekommen. (Vermutlich wegen des sehr schönen Wetters hatten sich nur wenige Besucher zur Sonnenbeobachtung eingefunden.)
Gegen 20:40 Uhr war die Sonne unter den Horizont gesunken und erste Sterne zeigten sich neben dem Mond und der Venus im Nordwesten am Firmament. Doch es war wie verhext, nur wenige Besucher fanden den Weg zu uns. Dabei verschwanden im Laufe des Abends auch die anfänglich vorhandenen Schleierwolken. Scharf und kontrastreich zeigten sich die Krater des Mondes im Okular des Teleskops. Wir hatten am Samstag ein sehr gutes Seeing. Als weiteres Objekt zeigte sich Saturn sehr schön bei einer mittleren Vergrößerung. Zurzeit schauen wir direkt auf die Kante des Rings. Gegen 22:00 Uhr, als sich abzeichnete, dass nun keine Besucher mehr zu erwarten waren, packten wir einen großen Teil unseres Equipments ein. Doch ein Besucher, der bereits nachmittags zur Sonnenbeobachtung da war, fragte nach, ob er nochmals willkommen sei. Zwei von unseren unermüdlichen Sternfreunden, die so manche Nacht schon durchgemacht haben, nahmen sich des Besuchers an. Ich denke, die Fachsimpelei dürfte bis in die Nacht gegangen sein.
Schade, dass nur wenige Neugierige den Weg zu unsere Sternwarte fanden, denn so günstig wie am 24.04. stehen die Paradeobjekte, Mond, Saturn, Venus und Mars, nur selten zusammen am Firmament. Deshalb möchten wir auch auf unsere Besuchsabende an jedem Freitag ab 20:00 Uhr hinweisen. Man kann unvorangemeldet kommen, schauen und Fragen stellen, einzige Voraussetzung ist, der Himmel muss klar sein. |