Astronomisches zum Jahresanfang
Astronomischer Ausblick auf das Jahr 2019
Das Jahr 2019 ist nach dem Gregorianischen Kalender ein Gemeinjahr mit 365 Tagen.
Beginn der Jahreszeiten
Frühling (Tagundnachtgleiche): 20. März 22:58 Uhr
Sommer (Sonnenwende): 21. Juni 17:54 Uhr
Herbst (Tagundnachtgleiche): 23. September 09:50 Uhr
Winter (Sonnenwende): 21. Dezember 05:19 Uhr
Sommerzeit: Die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) geht gegenüber der mitteleuropäischen Zeit um eine Stunde vor. Sie gilt vom 31. März bis 27. Oktober 2019.

Kalender 2019
Am 01. Januar beginnt das japanische Jahr 2679.
Am 14. Januar 2019 beginnt das Jahr 6732 der julianischen Periode.
Am 09. September mit Sonnenuntergang beginnt das jüdische Jahr 5780.
Am 14. September beginnt das Jahr 7528 in der byzantinischen Ära.
Am 21. September beginnt mit Sonnenuntergang das islamische Jahr 1441.

Finsternisse
In diesem Jahr ereignen sich fünf Finsternisse und ein Merkurtransit. Am 05./06. Januar eine partielle Sonnenfinsternis und am 2. Juli eine totale Sonnenfinsternis. Die ringförmige Sonnenfinsternis am 26. Dezember kann in Mitteleuropa nicht beobachtet werden. Die totale Mondfinsternis am 21. Januar kann in den frühen Morgenstunden und die partielle Mondfinsternis am 16. Juli kann abends beobachtet werden. Die Beobachtung des Merkurtransits am 11. November ist nachmittags bis zum Sonnenuntergang möglich.

Die scheinbare Bahn der Sonne
Zu Beginn des Monats wandert die Sonne durch das Sternbild des „Schützen“, um dann am 20. Jan. die Grenze zum „Steinbock“ zu überqueren. Der Januar ist in der Regel der kälteste Monat des ganzen Jahres. Um so erstaunlicher ist es, dass am 03. Jan. gegen 06:00 Uhr die Erde den sonnennächsten Punkt (Perihel) ihrer elliptischen Umlaufbahn mit ca. 147,1 Mio. km durchläuft, während sie den entferntesten Punkt (Aphel) ihrer Umlaufbahn am 4. Juli gegen 24:00 Uhr mit 152,1 Mio. km erreicht. Die ca. 5,0 Mio. km Differenz bewirken, dass das von der Sonne ausgehende Licht ca. 17 sek. früher als im Juli auf der Erde auftrifft. Die mittlere Laufzeit des Lichts von der Sonne zur Erde beträgt ca. 8 min. 20 sek.


Sonnenscheindauer
01. Jan. 8:20 Uhr auf | 12:25 Uhr höchster Stand | 16:30 Uhr unter |
17:50 Uhr Ende der Dämmerung

10. Jan. 8:15 Uhr auf | 12:25 Uhr höchster Stand | 16:40 Uhr unter |
17:55 Uhr Ende der Dämmerung

20. Jan. 8:10 Uhr auf | 12:30 Uhr höchster Stand | 16:55 Uhr unter |
18:10 Uhr Ende der Dämmerung

31. Jan. 7:55 Uhr auf | 12:35 Uhr höchster Stand | 17:10 Uhr unter |
18:25 Uhr Ende der Dämmerung

Die Sonnenscheindauer beträgt am Anfang des Monats 8 Std. und 10 Min, sie nimmt bis zum Ende des Monats um 65 Minuten zu. Im Laufe des Januars steigt die Mittagshöhe der Sonne von ca. 17,0 auf ca. 22,6.


Der Lauf des Mondes
Am 01. Jan. können wir am Südosthimmel Venus und die abnehmende Mondsichel gegen 06:00 Uhr in der Frühe im Sternbild „Waage“ beobachten. Zwei Tage später steht die sehr schmale Mondsichel oberhalb von Jupiter. Mit etwas Glück können wir ab dem 08. Jan. die schmale Sichel des zunehmenden Mondes in der Abenddämmerung über den Nordwesthorizont ausmachen. Am 12. Jan. steht die Mondsichel unterhalb von Mars am südwestlichen Abendhimmel. Zwei Tage später steht unser Erdtrabant gegen 19:00 Uhr genau im Süden. Am 17. Jan. steht der fast volle Mond oberhalb von Aldebaran im „Löwen“. Am 21. Jan. gegen 20:00 Uhr steht der unser Begleiter im Sternbild „Krebs“ unterhalb des offenen Sternenhaufens „ Krippe“. Nach Vollmond ist unser Trabant in die zweite Nachthälfte gewechselt und zieht hier ohne besondere Vorkommnisse seine Bahn. Am 27. Jan. erreicht er seine abnehmende Halbmondstellung in der „Jungfrau“. Ab dem 29. Jan. gegen 06:00 Uhr können wir Venus, Jupiter und Mond in einer Linie am morgendlichen Firmament sehen. Am Monatsletzten steht die Mondsichel zwischen Venus und Jupiter.


Mondphasen
06. Jan. | Neumond um ca. 02:30 Uhr im Sternbild „Schütze“
14. Jan. | Erstes Viertel um ca. 07:45 Uhr im Sternbild „Fische“
21. Jan. | Vollmond um ca. 06:15 Uhr im Sternbild „Zwillinge“
27. Jan. | Letztes Viertel um ca. 22:10 Uhr im Sternbild „Jungfrau“


Grundsätzliches zum Beobachten des Sternenhimmels
Wer Sterne und Sternbilder finden will, muss zunächst die Himmelsrichtungen an seinem Standort kennen. Denn die beste Sternkarte nützt wenig, wenn man nicht weiß, wo Norden, Osten, Süden und Westen ist. In vertrauter Umgebung kennt man meist die Himmelsrichtungen: Man weiß, wo die Sonne mittags steht und wo sie untergeht. Am nächtlichen Sternenhimmel beginnt man daher seine Beobachtungen mit dem Aufsuchen des Polarsterns: Er deutet uns die Nordrichtung an. Blickt man zum Polarstern, so ist rechter Hand Osten, linker Hand Westen und im Rücken hat man Süden. Als Objekt zweiter Sterngröße ist der Polarstern nicht sehr auffällig. Daher dient der „Große Wagen“ auch als Polarsternfinder. Die beiden hinteren Sterne des „Großen Wagens“ zeigen auf den Polarstern in etwa fünffacher Entfernung.

Der Fixsternhimmel im Januar 2019 über Menden
An den langen und kalten Januarabenden können wir die ganze Pracht des winterlichen Sternenhimmels erleben. Den ganzen Monat kann ab 19:00 Uhr mit den Beobachtungen begonnen werden. Zu dieser Zeit sind noch die Herbststernbilder und hier allen anderen voran „Pegasus“ zu sehen. Sein markantes Sternenquadrat mit der sich nach Osten anschließenden Sternenkette der „Andromeda“ ist nicht zu übersehen. Zur Neumondzeit lohnt es sich besonders nach der Andromeda-Galaxie Ausschau zu halten. Als Hilfsmittel reicht hier voll und ganz ein normales Fernglas 7×50.

Zur Standardbeobachtungszeit (ca. 22:00 Uhr) finden wir den „Fuhrmann“ und darunter den „Orion“ im Meridian. Östlich dieser Linie stehen die „Zwillinge“ und westlich der „Stier“. Unterhalb des „Orions“ in südöstlicher Richtung leuchtet der helle Sirius, Hauptstern des „Großen Hundes“. Uns erscheint Sirius deshalb so hell, weil er zu den Fixsternen gehört, die der Erde am nächsten stehen. Er ist ca. 8,7 Lichtjahre (82 x 1012 km) von der Erde entfernt. In der ägyptischen Geschichte spielte der Aufgang des Sirius eine besondere Rolle, da dieser mit den Nilüberflutungen zusammenfiel. Das markanteste Wintersternbild ist der „Orion“. Seine auffällige Gestalt ist am Sternenhimmel nicht zu übersehen. Außerdem enthält dieses Sternbild ein paar sehr interessante Gasnebel: so z.B. den gleichnamigen Orionnebel, der unterhalb der drei Gürtelsterne liegt. Im Fernglas zeigt er sich schon andeutungsweise in einer milchigen Schmetterlingsform. Genauso auffällig wie das Sternbild ist der rötliche Beteigeuze, einer der beiden Hauptsterne im „Orion“. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 0.5 mag gehört Beteigeuze zu den hellsten Sternen am Firmament. Geht man davon aus, dass die Entfernung ca. 430 Lj. beträgt, so ergibt sich ein linearer Durchmesser für Beteigeuze von ca. 1 Milliarde Kilometer. Damit ist er ca. 700 mal größer im Durchmesser als unsere Sonne. Stünde Beteigeuze an der Stelle unserer Sonne, so fände das gesamte innere Sonnensystem von Merkur bis zum Mars darin Platz. Zu Recht gehört Beteigeuze zur Sternenklasse der Überriesen. Wegen seiner relativ geringen Oberflächentemperatur von 3.200 °C erscheint er uns rötlich.

Als erster der Wintersternbilder überquert der „Stier“ gegen 21:00 Uhr den Meridian. Im „Stier“ befinden sich zwei offene Sternenhaufen, die Hyaden und die Plejaden. Die Plejaden sind so auffällig, dass sie mit bloßem Auge am Firmament zu sehen sind. Nimmt man jedoch ein Fernglas zur Hilfe, entfaltet dieser offene Sternenhaufen erst seine ganze Pracht. Auf gleicher Höhe, doch weiter östlich finden wir die „Zwillinge“.

Die Planeten im Januar
Merkur steht im Januar in oberer Konjunktion zur Sonne, d.h. von der Erde aus betrachtet steht Merkur hinter der Sonne.

Venus eröffnet den Jahresreigen als strahlender Morgenstern am Südosthorizont. Am 02. Jan. sieht man nahe Venus die schmale Sichel des abnehmenden Mondes. Wer in den folgenden Tage gegen 07:00 Uhr den Südosthorizont etwas genauer betrachtet wird feststellen, dass sich Jupiter knapp über dem Horizont zeigt und Venus sich langsam darauf zu bewegt. Am Monatsende gegen 7:30 Uhr bietet der Südosthorizont eine spektakuläre Himmelsansicht, dann ist neben Jupiter, abnehmender Mondsichel, Venus und in horizontnähe noch Saturn zu sehen. Der Aufgang der hellen Venus erfolgt am 01. Jan. um ca. 04:20 Uhr und verspätet sich bis zum Monatsende auf 05:05 Uhr.

Mars ist mit einsetzender Dunkelheit im Süden bereits als auffälliges Objekt am Abendhimmel zu sehen. Mars wandert durch das Sternbild „Fische“. Am 01. Jan. geht der rote Planet um ca. 23:40 unter und am Ende des Monats um ca. 23:35 Uhr.

Jupiter wandert rechtsläufig durch das Sternbild „Schlangenträger“ und ist am morgendlichen Südosthorizont etwa für 2 Stunden zu sehen. Am Monatsanfang geht Jupiter gegen 06:10 Uhr auf und am Monatsende bereits gegen 04:40 Uhr. Mit einer Helligkeit vom -1.9 mag ist Jupiter leicht am morgendlichen Firmament auszumachen. Jupiter wird von Venus verfolgt, die ihn am 22. Jan gegen 02:30 Uhr überholt. Am Monatsende kommt es gegen 06:30 Uhr zu einer nett anzusehenden Konstellation zwischen Venus, Jupiter und der abnehmenden Mondsichel.

Saturn wandert rechtsläufig durch den „Schützen“. Am 02. Jan. erreicht der Ringplanet seine Konjunktionsstellung mit der Sonne und hält sich somit am Taghimmel auf und bleibt nachts unbeobachtbar. Am Tag der Konjunktion ist Saturn maximal von der Erde entfernt. Seine Distanz zu uns beträgt ca. 1.652 Millionen Kilometer (ca. 92 Lichtminuten).

Wir, die „Sternfreunde Menden“, möchten Sie wieder herzlich einladen, auch im Jahr 2019 bei uns zu Gast zu sein und mit uns die Tiefe und Unendlichkeit des Sternenhimmels zu genießen. Sie finden uns in Ostsümmern hinter dem Sportplatz am Hülschenbrauck, dort treffen wir uns jeden Freitag ab 20:00 Uhr.

Legende
Elongation = Winkelabstand zweier Himmelsobjekte
Konjunktion = scheinbare Begegnung zweier Himmelsobjekte
mag (Magnitude) = scheinbare Helligkeit
AE = astronomische Einheit, ca. 150 Mio. km
Lj. = Lichtjahr entspricht 9 460 730 472 580,8 km ˜ 9,5 Billionen km
Zenit = der Punkt am Himmel senkrecht über dem Beobachter
Seeing = Maß der Bildunschärfe durch Luftunruhe