Der Sternenhimmel im August über Menden
Im August ist einiges los am Firmament! Die schönsten Sternschnuppen des Jahres flitzen über den Himmel und laue Sommernächte laden zum Sternegucken ein: Zwischen strahlenden Sommer-Sternbildern erstreckt sich die Milchstraße und der Mond hat hübsche Begegnungen – auch mit ein paar hellen Planeten, die durch die Nacht wandern.

Die Bahn der Sonne:
Die Sonne beginnt im August ihren Lauf im Sternbild „Krebs“. Am 11. überquert sie die Grenze zum „Löwen“ und wird ihn im August auch nicht mehr verlassen. Der Abstand der Sonne vom Himmelsäquator verringert sich im Laufe des Monats um fast 10º. Das hat zur Folge, dass sich die Sonnenscheindauer im August deutlich verkürzt.
Sonnenauf- und Untergänge
01. August 5:50 Uhr auf, 13:25 Uhr höchster Stand, 21:05 Uhr unter und 22:30 Uhr Ende der Dämmerung;
10. August 6:00 Uhr auf, 13:25 Uhr höchster Stand, 20:50 Uhr unter und 22:10 Uhr Ende der Dämmerung;
20. August 6:15 Uhr auf, 13:25 Uhr höchster Stand, 20:30 Uhr unter und 21:50 Uhr Ende der Dämmerung;
31. August 6:35 Uhr auf, 13:20 Uhr höchster Stand, 20:05 Uhr unter und 21:20 Uhr Ende der Dämmerung;

Ab August nimmt die Sonnenscheindauer ständig ab, und zwar von 15 Std. und 15 Min auf 13 Std. und 30 Min., das heißt, dass wir im Monat August gegenüber Juli fast eine Stunde und 45 Minuten Tageshelligkeit verlieren.

Mondphasen:
5. August: Erstes Viertel um ca. 13:05 Uhr; 12. August: Vollmond um ca. 3:35 Uhr;
20. August: Letztes Viertel um ca. 6:35 Uhr; 27. August: Neumond um ca. 10:15 Uhr;
Fixsternhimmel:
Im August zieht sich das Band der Milchstraße vom Nordosten direkt durch den Zenit und zeigt seine prächtigsten Teile im Südwesten. Hier befinden sich die Sternbilder „Schwan“, „Adler“ und Teile des „Schützen“. Deneb, der Hauptstern des „Schwans“, befindet sich direkt über unseren Köpfen im Zenit.
Westlich vom „Schwan“ leuchtet leicht bläulich die Wega in der „Leier“, und im Anschluss folgt „Herkules“ und die „Krone“. Tief am Nordhimmel steht der „Große Wagen“ und zeigt mit seiner Deichsel auf Arktur im „Bootes“. Im Osten ist das Sternenquadrat des „Pegasus“ aufgegangen. Er ist ein erster Bote kommender Herbsttage. An „Pegasus“ schließt sich das längliche Sternbild der „Andromeda“ an.
Der August ist der Sternschnuppenmonat schlechthin. In seinen lauen Sommernächten sind besonders viele Sternschnuppen zu sehen. Wenn man die sichtbaren Spuren der Sternschnuppen auf eine Sternkarte überträgt und sie rückwärts verlängert, fällt sehr schnell auf, dass die überwiegende Anzahl der Sternschnuppen einen gemeinsamen Ausgangspunkt haben. Dieser Ausgangspunkt liegt im Sternbild „Perseus“, und deshalb wird dieser Meteoritenstrom auch als Perseiden bezeichnet.
Als Ursprung der Perseiden gilt der Komet 1862 III (Swift Tuttle). Die mittlere Geschwindigkeit der Perseiden durch die Erdatmosphäre beträgt ca. 60 km/s. In einer Höhe von ca. 130 km über der Erdoberfläche leuchten sie auf und verlöschen in ca. 90 km Höhe. Die Weglänge durch die Erdatmosphäre beträgt ca. 80 km.
In der Zeit zwischen dem 9. und 13. August erreichen die Perseiden ihr Maximum, dann fallen bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zur Erde. Dieser Perseidenstrom ist zur Zeit der schönste und größte Sternschnuppenstrom, der beobachtet werden kann. Dabei sind sehr helle Objekte keine Seltenheit, man spricht dann von sogenannten Boliden oder Feuerkugeln, die am besten nach 22:00 Uhr bis zum Morgengrauen beobachtet werden können.
Dem Volksmund nach darf man sich etwas wünschen, wenn man eine Sternschnuppe gesehen hat, und dieser Wunsch soll auch in Erfüllung gehen, vorausgesetzt man behält ihn für sich.
In diesem August gestaltet sich die Beobachtung der Perseiden etwas schwieriger, weil der sehr helle Mond den Nachthimmel erhellt.

Die Planeten im August
Merkur kann in diesem Monat nicht beobachtet werden, weil er etwa eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang auch unter dem Horizont sinkt.

Venus strahlt als Morgenstern nur für Frühaufsteher. Am 1. Aug. geht Venus gegen 3:55 Uhr am Osthorizont auf, am 15. Aug. um ca. 4:30 Uhr und am Monatsende gegen 5:15 Uhr. Kurz darauf beginnt bereits die Morgendämmerung und mit ihr verblasst Venus im ersten Morgenlicht.

Mars nähert sich seiner Oppositionsstellung, was mit einer sichtbaren Helligkeitszunahme einhergeht. Am 9. Aug. verlässt er das Sternbild „Widder“ und begibt sich in das Sternbild „Stier“.
Der Marsaufgang erfolgt am 1. Aug. gegen 0:25 Uhr, am 15. um ca. 23:50 Uhr und am 31. Aug. um ca. 23:15 Uhr.

Jupiter wird zum Planeten der ganzen Nacht. Am 1. Aug. geht er um ca. 23 Uhr auf, am 15. Aug. um ca. 22:05 Uhr und am Monatsletzten um ca. 21 Uhr. Im August steigert der Riesenplanet seine Helligkeit von 0.2 mag auf -2.9 mag. Zur Monatsmitte gegen Mitternacht wandert der fast volle Mond an Jupiter am östlichen Horizont vorüber.

Saturn erreicht Mitte des Monats seine Oppositionsstellung zur Sonne und damit seine günstigste Beobachtungsstellung. In Menden steht der Ringplanet ca. 25 Grad hoch am südlichen Horizont. Am 1. Aug. geht Saturn um ca. 21:35 Uhr auf und am Tag der Opposition, den 14. Aug., um ca. 20:40 Uhr. Am Monatsende geht der Ringplanet gegen 6:10 Uhr unter. Saturn kann somit im August fast die ganze Nacht beobachtet werden. In der Nacht vom 11. auf den 12. Aug. wandert der fast volle Mond unterhalb an Saturn vorbei.
Am Tag der Opposition ist Saturn ca. 1325 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Für diese Strecke benötigt das reflektierte Sonnenlicht ca. 1 Stunde und 14 Minuten bis zu uns.
Mit etwas Glück und einem guten Fernglas kann man auch Saturns größten Mond, Titan, erkennen. Titan steht südöstlich von Saturn und ist ca. 8.5 mag hell.