Der Sternenhimmel im Oktober über Menden
Im Oktober ist einiges los am Firmament! Jupiter beherrscht den Nachthimmel und Saturn zeigt seine Ringe vor Mitternacht. Merkur ist etwas für Frühaufsteher und Mars wird deutlich heller und ist die ganze Nacht zu sehen.
Am 25. Okt. kann man die Mittagspause nutzen, um eine partielle Sonnenfinsternis zu verfolgen.

Die scheinbare Bahn der Sonne:
Die Bahn der Sonne führt durch das Sternbild „Jungfrau“. Erst am letzten Tag des Monats wandert sie in die „Waage“. Am Sonntag, den 30. Oktober, endet die Sommerzeit und dann wird unsere Tageszeit wieder weitestgehend mit dem Sonnenlauf übereinstimmen.

Der Lauf der Sonne
1. Oktober 7:20 Uhr auf, 13:10 Uhr höchster Stand, 19:00 Uhr unter und 20:10 Uhr Ende der Dämmerung;
10. Oktober 7:35 Uhr auf, 13:05 Uhr höchster Stand, 18:40 Uhr unter und 19:50 Uhr Ende der Dämmerung; 20. Oktober 7:50 Uhr auf, 13:05 Uhr höchster Stand, 18:20 Uhr unter und 19:30 Uhr Ende der Dämmerung, 31. Oktober 7:10 Uhr auf, 12:05 Uhr höchster Stand, 17:00 Uhr unter und 18:10 Uhr Ende der Dämmerung.

Die Sonnenscheindauer beträgt am Anfang des Monats 11 Std. und 40 Min, sie nimmt bis zum Ende des Monats auf 9 Std. und 50 Min. ab. Im Laufe des Monats sinkt die Mittagshöhe der Sonne von ca. 36,6º auf ca. 25,7º am 31. Oktober. Damit sind die Tage deutlich kürzer als die Nächte und für die Hobbyastronomen verbessern sich die Beobachtungsbedingungen deutlich.

Partielle Sonnenfinsternis am 25. Oktober
Um die Mittagszeit kann in Menden eine partielle Sonnenfinsternis verfolgt werden, allerdings nur mit geeigneten Schutzmaßnahmen. Die Finsternis beginnt gegen 11:10 Uhr, erreicht ihren Höhepunkt gegen 12:10 Uhr und endet gegen 13:05 Uhr. Der maximale Bedeckungsgrad liegt in unseren Breiten bei zirka 23,6 % der Sonnenscheibe, das heißt wiederum, die Helligkeitsschwankung ist für uns nicht wahrnehmbar.
Sichtbar ist die Bedeckung nur mit entsprechenden Sonnenfiltern, die ca. 99,9 % des Lichtes zurückhalten.

Mondphasen
3. Oktober: Erstes Viertel um ca. 2:15 Uhr im „Schützen“;
9. Oktober: Vollmond um ca. 22:55 Uhr in den „Fischen“;
17. Oktober: Letztes Viertel um ca. 19:15 Uhr in den „Zwillingen“;
25. Oktober: Neumond um ca. 12:50 Uhr in der „Jungfrau“;

Der Fixsternenhimmel
Über den „Goldenen Oktober“ freuen sich nicht nur die Winzer, sondern auch die Astronomen. Denn häufig herrscht zu dieser Zeit ein stabiles Hochdruckgebiet über Deutschland. Dann können wir in den ersten Abendstunden noch die Objekte des Sommerhimmels beobachten und in der zweiten Nachthälfte bereits diejenigen des Winterhimmels. In diesem Jahr zeigt sich der Oktober für die Astronomen von seiner besten Seite, denn alle mit bloßem Auge sichtbaren Planeten sind zu sehen.
Die Sommersternbilder sind nun deutlich in die westliche Hemisphäre gewandert und bereiten sich auf ihren Untergang vor. Die Sternbilder des Herbstes haben an Höhe gewonnen und befinden sich in bester Beobachtungsposition. Im Süden über dem Horizont finden wir den „Wassermann“ und auf halber Höhe zum Zenit ist „Pegasus“ – leicht zu erkennen an seinem Quadrat – . Westlich vom „Wassermann“ zeigt sich der „Steinbock“, er bereitet sich auf seinen Untergang vor. „Cassiopeia“, das Himmels-“W“, steht knapp unterhalb des Zenits, von Norden aus gesehen. Das Sternbild „Andromeda“ schließt sich an das Quadrat des „Pegasus“ in östlicher Richtung an. Hier ist auch der bekannte „Andromedanebel“ zu finden. Es handelt sich dabei um eine Spiralgalaxie, die der unsrigen sehr ähnlich ist. Mit einem normalen Feldstecher kann man „M 31“, so heißt der Andromeda-Nebel bei den Astronomen, als schwaches Nebelfleckchen ausmachen. Eine kleine Suchhilfe: Man geht vom Polarstern in direkter Linie zum westlichsten Stern im „W“ der Cassiopeia und weiter nach Sirrah im „Pegasus“, hier angelangt wandert man in östlicher Richtung auf dem Sternbild „Andromeda“ zwei schwache Sterne weiter, um dann zwei Sterne in Richtung Zenit zu gehen, jetzt müsste eigentlich der Andromedanebel im Gesichtsfeld des Feldstechers liegen.
Unterhalb von „Andromeda“ und „Pegasus“ schlängelt sich das schmale Band der „Fische“ dahin. Im östlichen Bereich unterhalb der „Andromeda-Kette“ befinden sich das „Dreieck“ und das Tierkreis-Sternbild „Widder“. Diese beiden Sternbilder sind im Feldstecher deutlich zu erkennen. Weiter östlich taucht der „Stier“ mit seinem Hauptstern Aldebaran auf. Im „Stier“ liegen die bekannten offenen Sternhaufen Hyaden und Plejaden, beide Objekte sind sehr schön mit dem Fernglas zu beobachten. In größeren Teleskopen kann auch der Crab-Nebel (M1) beobachtet werden. Hierbei handelt es sich um Überreste einer Supernova aus dem Jahre 1054. Nordöstlich vom „Stier“ kann man bereits das Fünfeck des „Fuhrmanns“ mit Capella erkennen. Capella, lat. Ziegenböckchen, ist ca. 45 Lj. von der Erde entfernt. Capella leuchtet ca. 90mal heller und ihr Durchmesser ist ca. 13mal größer als der unserer Sonne.

 

Die großen Planeten im Oktober
Merkur ist im Oktober am Morgenhimmel zu finden. In der zweiten Oktoberwoche, am 8. Okt. ergibt sich eine sehr gute Sichtbarkeit mit ca. 18 Grad Abstand zur Sonne ab ca. 7:30 Uhr am Osthorizont. In den Tagen nach der größten Elongation, zwischen dem 8. und dem 15. Okt. finden wir den flinken Planeten mit Beginn der bürgerlichen Dämmerung* 10 Grad über dem Horizont. Das ist die beste Gelegenheit Merkur, vor Sonnenaufgang zu beobachten.

Venus entschwindet Anfang Oktober unseren Blicken, die Strahlen der Sonne werden übermächtig. Am 23. Okt. erreicht sie gegen Mitternacht die obere Konjunktion. Danach erscheint Venus erst wieder im Dezember am Abendhimmel.
Mars wandert weiter durch das Sternbild „Stier“. Am 30. Oktober beginnt er mit seiner Oppositionsschleife: Für die nächsten Monate scheint er sich falsch herum, nämlich relativ zu den Sternen westwärts zu bewegen. Grund dafür ist, dass die Erde auf der Innenbahn zwischen Sonne und Mars vorbeizieht. Dass sich der Mars der Opposition nähert, sieht man mit bloßem Auge auch an seiner Helligkeit, die im Monatslauf von -0,6 auf -1,2 mag ansteigt. Seine rote Farbe ist nun unübersehbar. Der Planet wird zum Objekt der Nacht, seine Aufgangszeiten verfrühen sich von 22:00 Uhr am Ersten des Monats auf 20:10Uhr MEZ am Monatsletzten. Am Morgen des 15. Oktober wandert der abnehmende Mond nördlich an Mars vorüber.
Jupiter wandert nach seiner Opposition im Vormonat rückläufig durch das Sternbild „Fische“. Er ist mit -2,9 mag schon in der Abenddämmerung im Osten zu sehen. Am Monatsersten kulminiert er um ca. 1:51 Uhr, am 31. Oktober um ca.22:40 Uhr MEZ. Auf seiner großen Scheibe kommen Teleskopbeobachter auf ihre Kosten: Wolkenbänder, Flecken und natürlich zahlreiche Erscheinungen seiner großen Monde sind zu verfolgen.. Zwei Ereignisse sollte man sich merken: Am Abend des 19. Okt. stehen zwischen ca.19:15 und ca. 19:40 Uhr Ganymed, sein Schatten und der Mond Europa gemeinsam vor der Jupiterscheibe. Auch am 26. Oktober kommt es zu sehenswerten Mehrfachereignissen auf der Jupiteroberfläche. Von 21:55 bis 22:05 Uhr stehen wieder Ganymed und Europa sowie Europas Schatten vor Jupiter, zwischen 22:15 und 22:56 Uhr Europa. Der fast volle Mond passiert Jupiter am Abend des 8. Oktobers.
Saturn finden wir gegen Ende der Abenddämmerung 0.7 mag hell rund 20 Grad über dem Südosthorizont. Seine Kulminationszeiten verfrühen sich von ca. 23 Uhr auf ca. 19 Uhr und seine Untergangszeiten entsprechend von ca. 3:50 Uhr auf 1:50 Uhr. Damit ist er bequem vor Mitternacht zu beobachten. Der zunehmende Mond wandert am 5. Okt unterhalb am Ringplaneten vorbei.
*Dämmerung
Brügerliche Dämmerung > Sonne steht 6 Grad unter dem Horizont
Nautische Dämmerung > Sonne steht 12 Grad unter dem Horizont
Astronomische Dämmerung > Sonne steht 18 Grad unter dem Horizont (in Menden etwa ein Sonnendurchmesser)

Der Mond - Geheimnisvoller Begleiter unserer Erde